Hier spricht Fabiola

Feature

Hier spricht Fabiola

Diese Geschichte ereignete sich so gegen 1992.
Die ganzen "Turmaline" wohnten damals noch in einem anderen Haus, alles war etwas umständlicher, Frauchen musste uns immer die Treppe herunter tragen um in den Garten zu kommen. 

Damals war gerade einmal wieder gespannte Stimmung im Haus. Die „Hitze“ ging um, d.h. Aufregung für unseren damaligen Yorkie-Rüden Harvey. Er machte wieder einmal wie immer eine Fastenkur in dieser Zeit und Frauchen verwöhnte ihn viel zu sehr! Vor lauter Liebeskummer oder wie man das auch immer nennen soll, verweigerte der dumme Junge das schöne Futter und magerte ab. Er stand immer nur da und wartet darauf, dass SIE eines der heißen Mädchen brachte und mit ihm ins Wohnzimmer ging. Er war ständig hinter IHR her und wischte so gekonnt schnell mit durch die sonst fest verschlossene Tür, dass SIE mächtig auf der Hut sein musste.

Aber eigentlich weiß ich gar nicht, warum dieser dumme Hund die ganze Zeit so rumjammerte. Er hatte es doch gerade jetzt gut, unser Frauchen tröstet ihn, weil er ja sooo leidet und dann durfte er noch zu meinem großen Kummer nachts mit Frauchen und Herrchen im Bett schlafen. Als Trost, sagten sie. Eifersucht muss man sich vorwerfen lassen, wenn man das selber so liebend gern täte! Sie verwöhnten ihn ganz schön, am Ende bildete er sich noch was darauf ein, er war so schon Hahn im Korb als einziger Hundeherr unter uns.

Ich fahre so sehr gern Auto, und ab und zu nimmt Frauchen mich mal mit, z.B. zum Einkaufen. Weil ich ja so lieb bin und dann geduldig im Auto warte. Es ist jedes Mal so aufregend schön, ich freu mich da immer riesig. Oder wenn wir gute Freunde besuchen, z.B. ein Ehepaar mit einem ganzen Haus voller Malteser. Wie eine weiße Wolke rasen da 20 Hundchen auf mich zu, manchmal wird mir das doch bisschen viel, aber das ist nur ein paar Minuten. Dann ist's herrlich, wir toben und tollen im Garten, bis ich ganz erschöpft bin und Schutz suche auf Frauchens Schoß.

Das alte Haus, in dem wir wohnen, war früher einmal eine Mühle und demzufolge fließt ein Mühlenbach am Haus entlang. Früher war da auch noch ein großes Mühlenrad, aber das ist weg, nur der Bach ist da, ganz schön tief und reißend. Frauchen ist mit unserer alten Baddy, einer recht betagten Yorkie-Dame und mir auf die Wiese hinterm Haus zum Gassigehen gelaufen. Zwischen Haus und Wiese der Mühlenbach ist uns ja nichts Neues. Aber an dem Tag waren da noch ein paar Wildenten, die immer darauf warten, dass wir sie füttern. Diese Enten liefen an der Uferböschung rum, Frauchen merkte nicht, dass sich Baddy sehr für die Enten interessierte, ich hab´s auch nicht gemerkt, sonst hätte ich bestimmt etwas unternommen – bestimmt!

Jedenfalls fliegen die Enten plötzlich auf und davon und Frauchen merkt, dass unsere Baddy fehlt. Wo ist sie??? Plötzlich sehen wir sie, schon einige Meter abgetrieben, paddelnd im Mühlenbach. Ich bin ganz aufgeregt am Ufer herumgerannt und habe gebellt wie wild. Baddy paddelte in der starken Strömung davon. Und das im März an einem kalten Tag, igitt!!!

Frauchen hat überhaupt nicht überlegt. Sie ist einfach so mit ihren Klamotten in den Bach gestiefelt und hat die Baddy „gerettet“. Dabei ist auch noch einer von Frauchens Schuhen im Schlamm stecken geblieben, aber das war erst mal unwichtig. In den einen Arm mich, offenbar hatte SIE Angst, ich springe auch noch rein, im anderen die triefende nasse Baddy, so ist Frauchen hinkenden Fußes, wegen dem Schuh, ebenfalls triefend nass ganz schnell in die Wohnung gelaufen. Baddy wurde sofort warm gebadet und trockengefönt. Mein Gott, war das aufregend!

Nun haben wir gedacht, Baddy meidet das Bachufer, aber irgendwie interessiert sie sich seit dem Vorfall ganz besonders für unseren Mühlenbach.

Das war unser März-Bade-Erlebnis. Wir hatten somit in diesem Jahr schon „Anbaden“, also Badesaison eröffnet.

Tschüss Fabiola

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